Seminar
ONLINE(!)-SEMINAR: Mit Smartphone und PC gegen den Zwang
M016
Termin
20.11.2021, 09:00 - 16:30 Uhr
Ort
München
Referent/in
Dr. rer. nat. Dipl.-Psych. Christoph Wölk
Teilnahmegebühr (ohne Frühbucherrabatt)
260,00 €
Zielgruppe
Psychologische und Ärztliche Psychotherapeut*innen, Angehörige aller Berufsgruppen, betraut mit der Behandlung von Patient*innen mit Zwangsstörungen.
Ziele
Möglichkeiten aufzeigen, die die therapeutische Arbeit mit Zwangskranken bereichern und effizienter gestalten. Hierbei sind besonders die Prinzipien, nach denen Expositionen durchgeführt werden sowie ein Verständnis für die Bedeutung der psychischen Konstitution von entscheidender Bedeutung.
Beschreibung
Die S3-Richtlinien zur Psychotherapie von Zwangsstörungen betonen, dass nur ein handlungsorientiertes Vorgehen, das auf Exposition mit Reaktionsmanagement (Reaktionsverhinderung) setzt, zu einer dauerhaften Reduktion der Zwänge führt. Die Praxis zeigt, dass eine Arbeit an der psychischen Konstitution des/der Patient*in die Wirkung von Expositionsübungen entscheidend verbessert. Hierbei leistet das von Hoffmann & Hofmann entwickelte Konzept der Subjektkonstituierung gute Dienste.
In dem Workshop werden Smartphone-Apps und PC-Programme vorgestellt, die sich als Werkzeuge (Tools) innerhalb der Verhaltenstherapie von Zwangsstörungen bewährt haben. Eine auf diese Weise erweiterte Behandlung von Zwängen hat den Vorteil, dass die Zeit zwischen den Sitzungen systematisch in das Behandlungsgeschehen einbezogen wird. Die hierzu zur Verfügung stehenden PC-Programme und Apps umfassen neben diagnostischen Tools (z.B. OCD-Monitor), Interventionen für die mentale Vorbereitung von Expositionen sowie Hilfsmittel zur Unterstützung von Expositionen (Brainy, der virtuelle Co-Therapeut und Gedankenmühle). Für die Festigung des Behandlungserfolgs dienen die Tools Talk to him – Gespräche mit dem Zwang und ARSEN – das Gift gegen den Zwang. Die Teilnehmer*innen des Workshops erhalten diese beiden Behandlungswerkzeuge zur Anwendung in ihrer therapeutischen Arbeit.

Methoden:
Präsentation, Anleitung zur Durchführung von in sensu und in vivo Expositionsübungen. Praktische Demonstration und Erläuterung von Interventionen zur Unterstützung der therapeutischen Arbeit. Diskussion von eigenen Erfahrungen der Workshop-Teilnehmer*innen bei der Therapie von Zwangskranken. Erörterung von günstigen Zeitpunkten für den Einsatz psychotherapeutischer Tools.

Literatur:
Wölk, C. & Seebeck, A. (2002). Brainy, das Anti-Zwangs-Training: Ein computergestütztes Übungsprogramm zur Überwindung von Zwangshandlungen und Zwangsgedanken (Buch und Programm-CD). Lengerich: Pabst Science Publishers.
Wölk, C. & Seebeck, A. (2006). Einsatz von Computern in der ambulanten Verhaltenstherapie (S. 165-182). In Fricke, S. & Hand, I. (Hrsg.). Verhaltenstherapie bei Zwangsstörungen – Fallbasierte Therapiekonzepte. München: Urban & Fischer.
Wölk C. (2007). Talk to him! CD-ROM. Ein interaktives PC-Programm zur Selbsthilfe bei Zwangsstörungen. Für Windows (In Anlehnung an das Buch Zwangsstörungen verstehen und bewältigen. Hilfe zur Selbsthilfe von Fricke, S. und Hand, I.) Bonn: BALANCE Buch + Medien Verlag.
Wölk, C., Raubart., G., Dörenkämper, B., Kalkhoff, R., Meyer, B., Seebeck, A. & Tepe, S. (2009). Therapiebegleitende Interventionen bei der Behandlung von Zwangsstörungen –…was sonst noch gegen Zwänge hilft. Notfall und Hausarztmedizin, 35 (2), 91-97.
Hoffmann, N. & Hofmann, B. (2018). Expositionszentriete Verhaltenstherapie bei Ängsten und Zwängen. Weinheim: Beltz.