Seminar
Einführung in die Therapie mit komplex-traumatisierten dissoziativen Patient*innen
M015
Termin
20.11.2021, 09:00 - 16:30 Uhr
Ort
München
Referent/in
Dr. phil. Dipl.-Psych. Fabian Wilmers
Teilnahmegebühr (ohne Frühbucherrabatt)
260,00 €
Zielgruppe
Teilnehmer*innen mit therapeutischer Erfahrung in der Behandlung komplex-traumatisierter Patient*innen und solche, die sich das in Zukunft zutrauen möchten.
Ziele
Ein besseres Verständnis von Patient*innen mit dissoziativer Symptomatik, zuverlässigere Diagnostik und effektivere Interventionen.
Beschreibung
Intensive Traumatisierung von Kindern ist leider nicht so selten, wie wir es gerne hätten. Dementsprechend haben auch mehr erwachsene Patient*innen ausgeprägte dissoziative Symptome, bis hin zum Vollbild einer Dissoziativen Identitätsstörung (DIS). Das Erkennen dieser nicht-so-seltenen Störung ist gar nicht so schwierig, wenn man weiß, worauf es zu achten gilt. Die Arbeit mit Patient*innen die dissoziative Symptomatik zeigen stellt Behandler*innen dennoch vor gewisse Herausforderungen. Spätestens bei der Konfrontation mit Persönlichkeitsanteilen, die als kontrollierend oder Täter-identifiziert beschrieben werden können, kommt Traumatherapie-As-Usual an ihre Grenzen.
Die Theorie der strukturellen Dissoziation der Persönlichkeit (TSDP, E. Nijenhuis) und die daraus entwickelte Enaktive Traumatherapie ist sehr hilfreich für die Diagnostik und Behandlung von Menschen mit DIS. Wer den Mut fasst, sich auf die Behandlung dieser extrem traumatisierten Menschen einzulassen, tut gut daran sich auch mit der aktuell am besten ausgearbeiteten Theorie zu beschäftigen. Die daraus abgeleitete Grundhaltung sowie therapeutische Techniken haben die Arbeit des Referenten mit hoch-dissoziativen Patient*innen und mit Patient*innen, die an einer Dissoziativen Identitätsstörung (DIS) leiden, erheblich vereinfacht und effektiver gemacht.
In diesem Workshop wird
? eine Einführung in die TSDP gegeben,
? die Diagnostik der DIS state of the art gezeigt und es werden
? Anregungen, die den Grundzügen der Enaktiven Traumatherapie folgen, für das gemeinsame therapeutische Arbeiten mit den Patient*innen gegeben und geübt.
Der Referent hat an der Übersetzung des ersten Buches von Ellert Nijenhuis (2016 s. u.) mitgewirkt, ist einer von zwei Traumatherapeuten, denen die Übersetzung des zweiten Buches (2018) anvertraut wurde und ist Ko-Referent für Ellert Nijenhuis Masterclass.

Methoden:
Vortrag mit Visualisierung, Gruppenarbeit, praktische Übungen.

Literatur:
Nijenhuis, E. (2016). Die Trauma-Trinität. Ignoranz – Fragilität – Kontrolle (Band 1 und 2). Die Entwicklung des Traumabegriffs / Traumabedingte Dissoziation: Konzept und Fakten, Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht.
Nijenhuis, E. (2018). Die Trauma-Trinität. Ignoranz – Fragilität – Kontrolle (Band 3). Enaktive Traumatherapie, Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht.