Seminar
Nutzung von Geschichten in Therapie und Beratung
FR019
Termin
27.09.2020 09:00 - 17:00 Uhr
Ort
Freiburg
Referent/in
Dr. rer. soc. Dipl.-Psych. Clemens Krause
Teilnahmegebühr (ohne Frühbucherrabatt)
260,00 € (Preisgruppe 1 im Rahmen der VT-Wochen)
Zielgruppe
Teilnehmer aus dem psychosozialen Bereich, deren Schwerpunkt die Kommunikation im Rahmen von Beratung, Therapie oder Coaching ist.
Ziele
Ziel ist es, Psychotherapeuten und Beratern im Umgang mit therapeutischen Geschichten neue Erkenntnisse zu vermitteln, die sie sowohl in der Gesprächsführung als auch in der therapeutischen Intervention berücksichtigen können, um diese effektiver zu gestalten. Die Teilnehmer lernen Strukturen und Funktionen von Geschichten kennen. Sie lernen die geeignete Erzählform als Träger von Metaphern auszuwählen. Besonderheiten, die ein unterhaltsames Erzählen ausmachen, werden ebenso eingeübt, wie die Fähigkeit Geschichten auf den Empfänger maßzuschneidern.
Beschreibung
Bei Geschichten, Märchen, Fabeln, Sagen, Anekdoten handelt es sich nicht um
Metaphern per se, sondern um Erzählformen, die Träger von Metaphern darstellen
können, also ihren Rahmen bilden. Sagen, Märchen oder biblische Gleichnisse haben
schon immer Werte, Lebensweisheiten und religiöse Inhalte vermittelt. Auch in
Psychotherapie und Beratung bieten Geschichten Möglichkeiten Inhalte zu transportieren
und der Phantasie sowie Intuition bei der Problemlösung einen angemessenen Raum zu
geben. Geschichten können Teil einer scheinbar beiläufigen und dennoch bedeutsamen
Intervention sein, etwa um dem Gegenüber einen neuen Sachverhalt klar zu machen oder
ihn in einem anderen Licht darzustellen. Neben einem Reframing des Problems und einem
Perspektivwechsel, kann es so zur Umgehung von Widerständen seitens des Patienten
und zu einer Stärkung der therapeutischen Beziehung kommen. Zudem wird das Erinnern
von Ressourcen bzw. werden Problemlösefähigkeiten gefördert, da bei der Rezeption von
Geschichten sowohl verbal assoziative Prozesse, bildliche Vorstellung sowie emotionale
Prozesse wirksam werden.

Methoden:
In Kleingruppen wird eingeübt, Geschichten und Anekdoten wirkungsvoll zu erzählen. Modelle für einen effektiven Einsatz von Geschichten werden dargestellt. Es wird dazu angeleitet, maßgeschneiderte Geschichten zu kreieren, um die Intervention für den Empfänger möglichst bedeutungsvoll und effektiv zu gestalten.

Literatur:
Krause, C., Revenstorf, D. (1997). Ausformung therapeutischer Metaphern. Hypnose und
Kognition, 14, 83-104.
Lankton, C.H., Lankton, S.R. (1991). Geschichten mit Zauberkraft: Die Arbeit mit Metaphern
in der Psychotherapie. München: Pfeiffer.
Peseschkian, N. (1979). Der Kaufmann und der Papagei: Orientalische Geschichten in der
Psychotherapie. Frankfurt a. M.: Fischer.
Revenstorf, D., Freund, U. & Trenkle, B. (2009). Therapeutische Geschichten und
Metaphern. In: Revenstorf, D. & Peter, B. (Hrsg.). Hypnose in Psychotherapie,
Psychosomatik und Medizin: Manual für die Praxis, 229-252. Heidelberg: Springer.


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Letzte Aktualisierung: 2019-12-09 00:00:24