Seminar
Einführung in die Behavioral Activation zur Behandlung depressiver Störungen
FR006
Termin
26.09.2020 09:00 - 17:00 Uhr, 27.09.2020 09:00 - 17:00 Uhr
Ort
Freiburg
Referent/in
Dipl.-Psych. Mirco Rogg
Teilnahmegebühr (ohne Frühbucherrabatt)
520,00 € (Preisgruppe 1 im Rahmen der VT-Wochen)
Zielgruppe
Psychologen (Diplom/Master), Psychologische und Ärztliche Psychotherapeuten, Psychologische Psychotherapeuten in der Ausbildung sowie alle Berufsgruppen, die im Einzelsetting mit depressiven Patienten arbeiten.
Ziele
Vermittlung eines Grundverständnisses der BA sowie erste praktische Erfahrung im Anwenden der Kernstrategien. Umgang mit typischen Hindernissen im Rahmen der Depressionsbehandlung mit BA.
Beschreibung
Behavioral Activation (BA) ist eine bewährte und gut evidenzbasierte Methode zur
Behandlung von depressiven Erkrankungen, die im Zuge der dritten Welle der
Verhaltenstherapie neu überarbeitet wurde. Im Vordergrund steht der Aufbau von
werteorientierten Aktivitäten, die einen langfristigen und stabilen Zugang zu positiven
Verstärkern ermöglichen und dazu führen, dass das Leben als sinnvoll und erfüllend erlebt
wird. Die BA stützt sich auf das Verstärker-Verlust-Modell von Lewinsohn. Hiernach liegen
die Ursachen für Depressionen in einem Mangel an positiver Verstärkung oder einem
Übermaß an Bestrafung als Konsequenz. Eine Veränderung des Verhaltens mit einem
Abbau von Vermeidungsverhalten und einem gleichzeitigen Aufbau von
werteorientiertem, antidepressivem Verhalten ist daher das hauptsächliche
Behandlungsziel in der BA. Die negative Stimmung wird durch die Aufnahme neuen
Verhaltens verändert. Dabei folgt BA einem von-außen-nach-innen-Modell.
In Verhaltensanalysen wird erarbeitet, was wichtigen Verhaltensweisen vorausgeht und
welche Konsequenzen folgen. Dabei wird das individuelle, antidepressive Verhalten für
den Patienten ermittelt. Gleichzeitig soll der Zusammenhang zwischen Verhalten und
Stimmung dem Patienten verdeutlicht werden. Das Verhalten wird immer im Kontext
seiner Funktion, anstatt in seiner Erscheinungsform betrachtet. Wichtiges Instrument sind
Wochenstruktur-pläne, die sowohl retrospektiv als auch prospektiv mit unterschiedlichem
Schwerpunkt eingesetzt werden. Die direkte Verhaltensaktivierung verläuft in kleinen
Schritten. Jede Woche sollte es ein konkretes, vereinbartes Verhaltensexperiment geben,
dessen Konsequenzen erneut analysiert werden.

Methoden:
Vortrag und Präsentation, Praxisbeispiele, interaktives Rollenspiel, Kleingruppen, Einüben von Fertigkeiten.

Literatur:
Martell, C., Dimidjan, S., Herman-Dunn, R. (2015). Verhaltensaktivierung bei Depression –
Eine Methode zur Behandlung von Depression. Stuttgart: Kohlhammer.
Faßbinder, E., Klein, J.P., Sipos, V., Schweiger, U. (2015). Therapie-Tools Depression.
Weinheim: Beltz.
Faßbinder, E., Rogg, M., Schweiger, U. (2018). Behavioral Activation: Therapie der
Depression. PsychUp2date; 12 (5): 379-394.
Jacobson, N., Dobson, K., Truax, P., Addis, M., Koerner, K., Gollan, J., Gortner, E., Prince, S.
(1994). A Component Analysis of Cognitive-behavioral Treatment for Depression. Journal
of Consulting and Clinical Psychology; 64: 295-304.
Martell, C., Addis, M., Dimidjan, S. Finding the Action in Behavioral Activation. In: Hayes, S.,
Follette, V., Linehan, M. (2004). Mindfulness and Acceptance – Expanding the cognitivebehavioral
Tradition. New York: Guilford Press.


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Letzte Aktualisierung: 2019-10-17 23:00:27