Seminar
Imaginative Techniken in der Behandlung von Phobien
MEI007
Termin
07.03.2020 09:00 - 16:30 Uhr
Ort
Meiringen
Referent/in
Dr. rer. soc. Dipl.-Psych. Clemens Krause
Teilnahmegebühr (ohne Frühbucherrabatt)
260,00 € (Preisgruppe 1 im Rahmen der VT-Wochen)
Zielgruppe
Psychologische Psychotherapeuten. Vorerfahrung mit imaginativen Techniken
ist dabei nicht notwendig.
Ziele
Die Teilnehmer lernen, einen Imaginationstest durchzuführen sowie imaginative
Interventionsstrategien störungsspezifisch bei Phobien einzusetzen.
Beschreibung
Imaginative Phobietechniken können verhaltenstherapeutische Interventionen
unterstützen und wirkungsvoller machen. So kann die Motivation für Expositionen erhöht
und eine kognitive Umstrukturierung angstfördernder Gedanken gefördert werden. Bei
manchen Phobien, wie der Prüfungsangst und der Flugangst, ist es, im Gegensatz zu
anderen spezifischen Phobien (z. B. Höhenangst, Agoraphobie, Tierphobien) schwierig,
Expositionsverfahren in vivo anzuwenden. Im Fall der Prüfungsangst z. B. aktiviert eine
Simulation der Prüfung im therapeutischen Setting die Angst nicht ausreichend, um ein für
Expositionen adäquates Aktivierungsniveau zu erreichen. Es fehlt die
Bewertungssituation, welche Ängste zu scheitern und zu versagen auslöst. Hier bieten
imaginative Verfahren Interventionstechniken, die begleitete Expositionen ersetzen
können.
Imaginative Techniken sind in der Verhaltenstherapie besonders durch die systematische
Desensibilisierung in sensu bekannt. Wolpe beschrieb 1958 erstmals diese Technik, die
durch seine Arbeit mit Klinischer Hypnose maßgeblich beeinflusst wurde. Die
Hypnotherapie hat sich seither weiterentwickelt und bietet kreative und elegante
Techniken an, die sehr gut in eine verhaltenstherapeutische Fallkonzeption integriert
werden können. Den Teilnehmern wird demonstriert, wie man die imaginative Fähigkeit
der Patienten erheben kann und es werden störungsspezifische imaginative Techniken
vermittelt. Dazu gehören das Ankern von Ressourcen, die Zukunftsprojektion sowie die
Teilearbeit. Die Techniken, werden in ihrer Anwendung auf Phobien adaptiert.

Methoden:
Vermittlung theoretischer Inhalte und Selbsterfahrung, Live-Demonstrationen
sowie Gruppentrancen (Selbsterfahrung), Einüben der vorgestellten Techniken,
Fallbeispiele aus der Praxis, Videodemonstrationen.

Literatur:
Bongartz, W. & Bongartz, B. (2000). Hypnosetherapie. Göttingen: Hogrefe.
Christmann, F. (1996). Mentales Training. Göttingen: Verlag für angewandte Psychologie.
Grawe, K., Donati, B. & Bernauer, F. (1994). Psychotherapie im Wandel. Von der Konfession
zur Profession. Göttingen: Hogrefe.
Kanfer, F., Reinecker, H. & Schmelzer, D. (1996). Selbstmanagement-Therapie. Heidelberg:
Springer.
Kirn, T., Echelmayer, L. & Engberding, M. (2009). Imagination in der Verhaltenstherapie.
Heidelberg: Springer.
Krause, C. (2009). Hypnotisierbarkeit, Suggestibilität und Trancetiefe. In: D. Revenstorf &
B. Peter (Hrsg.). Hypnose in Psychotherapie, Psychosomatik und Medizin: Manual für die
Praxis. Heidelberg: Springer.
Krause, C. (2019). Imaginative Intervention in der Behandlung von Phobien. Eine Technik für
die Praxis. Verhaltenstherapie & Verhaltensmedizin, 40 (1), 59-70.
Kretschmar, T. & Tzschaschel, M. (2014). Die Kraft der inneren Bilder nutzen: Seelische und
körperliche Gesundheit durch Imaginationen. München: Südwest.


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Letzte Aktualisierung: 2019-12-15 16:00:43