Seminar
Mit Smartphone und PC gegen Zwang
HL015
Termin
20.06.2020 09:15 - 16:45 Uhr
Ort
Lübeck
Referent/in
Dr. rer. nat. Dipl.-Psych. Christoph Wölk
Teilnahmegebühr (ohne Frühbucherrabatt)
260,00 € (Preisgruppe 1 im Rahmen der VT-Wochen)
Zielgruppe
Psychologische und Ärztliche Psychotherapeuten sowie Angehörige aller Berufsgruppen, die mit der Behandlung von Patienten mit Zwangsstörungen betraut sind.
Ziele
Möglichkeiten aufzeigen, die die therapeutische Arbeit mit Zwangskranken bereichern und effizienter gestalten. Hierbei sind besonders die Prinzipien, nach denen Expositionen durchgeführt werden sowie ein Verständnis für die Bedeutung der psychischen Konstitution von entscheidender Bedeutung.
Beschreibung
Die S3-Richtlinien zur Psychotherapie von Zwangsstörungen betonen, dass nur ein
handlungsorientiertes Vorgehen, das auf Exposition mit Reaktionsmanagement
(Reaktionsverhinderung) setzt, zu einer dauerhaften Reduktion der Zwänge führt. Die
Praxis zeigt, dass eine Arbeit an der psychischen Konstitution des Patienten die Wirkung
von Expositionsübungen entscheidend verbessert. Hierbei leistet das von Hoffmann &
Hofmann entwickelte Konzept der Subjektkonstituierung gute Dienste.
In dem Workshop werden Smartphone-Apps und PC-Programme vorgestellt, die sich als
Werkzeuge (Tools) innerhalb der Verhaltenstherapie von Zwangsstörungen bewährt
haben. Eine auf diese Weise erweiterte Behandlung von Zwängen hat den Vorteil, dass die
Zeit zwischen den Sitzungen systematisch in das Behandlungsgeschehen einbezogen wird.
Die hierzu zur Verfügung stehenden PC-Programme und Apps umfassen neben
diagnostischen Tools (z.B. OCD-Monitor), Interventionen für die mentale Vorbereitung
von Expositionen sowie Hilfsmittel zur Unterstützung von Expositionen (Brainy, der
virtuelle Co-Therapeut und Gedankenmühle). Für die Festigung des
Behandlungserfolgs dienen die Tools Talk to him – Gespräche mit dem Zwang und
ARSEN – das Gift gegen den Zwang. Die Teilnehmer des Workshops erhalten diese
beiden Behandlungswerkzeuge zur Anwendung in ihrer therapeutischen Arbeit.

Methoden:
Präsentation, Anleitung zur Durchführung von in sensu und in vivo Expositionsübungen. Praktische Demonstration und Erläuterung von Interventionen zur Unterstützung der therapeutischen Arbeit. Diskussion von eigenen Erfahrungen der Workshop-Teilnehmer bei der Therapie von Zwangskranken. Erörterung von günstigen Zeitpunkten für den Einsatz psychotherapeutischer Tools.

Literatur:
Wölk, C. & Seebeck, A. (2002). Brainy, das Anti-Zwangs-Training: Ein
computergestütztes Übungsprogramm zur Überwindung von Zwangshandlungen und
Zwangsgedanken (Buch und Programm-CD). Lengerich: Pabst Science Publishers.
Wölk, C. & Seebeck, A. (2006). Einsatz von Computern in der ambulanten
Verhaltenstherapie (S. 165-182). In Fricke, S. & Hand, I. (Hrsg.). Verhaltenstherapie bei
Zwangsstörungen – Fallbasierte Therapiekonzepte. München: Urban & Fischer.
Wölk C. (2007). Talk to him! CD-ROM. Ein interaktives PC-Programm zur Selbsthilfe bei
Zwangsstörungen. Für Windows (In Anlehnung an das Buch Zwangsstörungen verstehen
und bewältigen. Hilfe zur Selbsthilfe von Fricke, S. und Hand, I.) Bonn: BALANCE Buch +
Medien Verlag.
Wölk, C., Raubart., G., Dörenkämper, B., Kalkhoff, R., Meyer, B., Seebeck, A. & Tepe, S.
(2009). Therapiebegleitende Interventionen bei der Behandlung von Zwangsstörungen –
…was sonst noch gegen Zwänge hilft. Notfall und Hausarztmedizin, 35 (2), 91-97.
Hoffmann, N. & Hofmann, B. (2018). Expositionszentriete Verhaltenstherapie bei Ängsten
und Zwängen. Weinheim: Beltz.



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Letzte Aktualisierung: 2019-10-22 00:00:49