Seminar
Prokrastination – pathologisches Aufschieben
M011
Termin
17.11.2019 09:00 - 16:30 Uhr
Ort
München
Referent/in
Dipl.-Psych. Stephan Förster
Teilnahmegebühr (ohne Frühbucherrabatt)
260,00 € (Preisgruppe 1 im Rahmen der VT-Wochen)
Zielgruppe
Geeignet sowohl für Einsteiger in das in der Verhaltenstherapie noch recht neue Forschungs- und Anwendungsgebiet als auch für erfahrene Behandler, die sich mit entsprechenden Patienten- oder auch Beratungsbeispielen in den Workshop einbringen möchten.
Ziele
Es soll ein Überblick über das Störungsbild vermittelt werden, dazu hilfreiche diagnostische Kenntnisse entwickelt und ein Spektrum an verhaltenstherapeutischen Behandlungsmethoden aufgebaut werden.
Beschreibung
Prokrastination wird im therapeutischen Kontext sehr häufig als Symptom genannt, kann aber auch reines Behandlungsanliegen sein. Darunter zu verstehen ist das pathologische Aufschieben, welches von Betroffenen als andauerndes Verhalten gezeigt wird, obwohl sie um die langfristig negativen Folgen wissen. Dies können psychische wie körperliche und alltagspraktische negative Konsequenzen sein. Dazu zählen, neben nicht erreichten Zielen, wachsende Ängste vor der aufgeschobenen Tätigkeit, Schlafstörungen, Muskelverspannungen, herabgesetzter Selbstwert, finanzielle Probleme und Beziehungsprobleme, usw.

Im Einzelnen soll es im Workshop um folgende Bereiche gehen:

- Symptome und Verbreitung von pathologischem Aufschieben (Prokrastination): Aufschieben – das tut doch fast jeder mal (durchschnittlich nur 2% kennen es gar nicht von sich)! Aber ab wann ist Aufschieben behandlungsbedürftig oder pathologisch?
- Differentialdiagnostik: Abgrenzung zu Depression, ADHS, Prüfungsangst und relevanten Achse-II-Störungen, insbesondere narzisstische/zwanghafte PS
- Ätiologische Faktoren und Zusammenhang mit relevanten psychischen Merkmalen, z.B. Versagens- und Bewertungsangst, Perfektionismus, self-handicapping
- Bedingungsanalyse und Störungsmodelle
- Behandlungsziele und zentrale Therapiebausteine
- Wirkmechanismen der Verhaltensänderung: Realistische Planung, Pünktlichkeit und Arbeitszeitrestriktion
- Welche therapeutische Haltung ist günstig bei Prokrastination? Therapeutische Interaktion und schwierige Therapiesituationen

Methoden:
Vortrag zur Theorie, Übungen von Zweier-Gesprächen über Diagnostik-Selbsterfahrungsanteile bis hin zu Rollenspielen und Videoanalyse.

Literatur:
Höcker, A., Engberding, M. & Rist, F. (2017). Prokrastination: Ein Manual zur Behandlung des pathologischen Aufschiebens. Göttingen: Hogrefe, 2., aktualisierte und ergänzte Auflage.



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Letzte Aktualisierung: 2019-09-22 16:01:02